Ein heißer, harter, guter Sommer neigt sich dem Ende zu. Wir haben die meisten Stunden davon auf dem Wasser, in unserem Boot verbracht. Haben an der physiologischen Form und technischen Feinheiten gearbeitet. Jetzt geht es nur noch ums Genießen und Umsetzen.

Nach insgesamt sechs Wochen intensiver Vorbereitung, inklusive einer fast zwölfstündigen Hinfahrt, haben wir es zur letzten Station unserer diesjährigen Reise geschafft: Weltmeisterschaft. Wir sitzen hier in Frankreich, nur noch 30 Minuten vom Regattakurs in Aiguebelette entfernt. In weniger als 24 Stunden werden wir unser erstes Rennen bereits absolviert haben – endlich.

Vor fast genau sechs Wochen hat unsere Vorbereitung begonnen. Der erste Blick auf den Trainingsplan hat uns sicher erstmal einen kleinen Schrecken versetzt. Kann man das überleben? Ist das der ernst des Trainers? Das es sein ernst war, war am ersten Tag klar. Das man das überleben kann, ist spätestens heute klar. Immerhin sitzen wir hier, können einen Blog schreiben, fühlen uns stärker als je zuvor.

Ja, manchmal war es richtig hart, wollten wir den Wecker um 6 Uhr lieber aus dem Fenster werfen, konnten jeden Muskel in unserem Körper spüren, wussten nicht mehr, wie wir uns bewegen sollen. Doch wir haben es geschafft, wir haben alles getan was wir konnten, waren in Bewegung und sind jeder Aufgabe gewachsen gewesen.
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Alle Arbeit ist jetzt erledigt, wir haben jeden Tag unseren Körper ans Limit gebracht, mehr trainiert als je zuvor, haben uns technisch weiterentwickelt, können mit Fug und Recht behaupten, wir sind gut vorbereitet. Jetzt heißt es Rennen fahren. Das ist es wofür wir arbeiten, das ist es, warum alle Wecker heute noch leben, das ist es, was uns bewegt.

Wir sind hier an einer der schönsten Regattastrecken der Welt. Türkises Wasser, grüne Berge, Sonnenschein, Menschen aus der ganzen Welt. Ja, es fühlt sich fast ein bisschen wie Urlaub an. Nichts gibt es, was uns gerade mehr reizen würde, als morgen unser Boot zum Wasser zu tragen, zum Start zu rudern und einfach alles zu geben.

So long, eure Sieberbros