Rudern ist für mich ein Gefühl von Freiheit. Das Fliegen über das Wasser, das Dahingleiten, das Zusammenwirken einer Mannschaft. Genau dort spüre ich Freiheit. Im Rudern finde ich aber auch noch einen anderen Faktor, der mich mein ganzes Leben lang schon angetrieben hat: Es ist die Möglichkeit, ständig etwas Neues zu lernen. Der Ruderschlag selbst ist schon derartig komplex, dass man immer wieder eine neue Facette dieser Bewegung erkennen und erlernen kann.

Was mich so begeistert, ist also diese Freiheit mich selbst an den Anfang zu stellen. Jeden Tag die Chance zu haben, etwas Neues zu lernen. Jeden Tag versuche ich das im Sport, beim Lesen eines Buches oder im Gespräch mit anderen Menschen.

Im Sport, bei jedem Rennen, bei jedem Training, ist genau das mein Ziel. Der Versuch alles zu geben, herauszufinden was es Neues zu entdecken gibt und am Ende ein Stück klüger zu werden. Natürlich ist da immer auch das große Ziel, ganz oben zu stehen, es „geschafft“ zu haben. Dorthin sind mein Ehrgeiz und mein Fokus gerichtet. Doch es wird nicht aufhören, ganz egal was am Ende dieser Reise nach Rio de Janeiro steht. Denn das, was mich antreibt, was mich begeistert, was mein Herz höher schlagen lässt, ist die Lust Neues zu erfahren, mich weiter zu entwickeln.

Dafür braucht es nicht viel, nur ein bisschen Neugierde. Und wer von uns hat die nicht? Vielleicht ist sie manchmal ein bisschen verschüttet. Doch meine besten Tage und Momente sind die, in denen ich loslassen kann und einfach wieder Kind sein kann. Sei es bei einem Fußballspiel, beim Schreiben, oder beim Rudern gemeinsam mit meinem Bruder. Das bedeutet für mich mit Begeisterung leben. Neugierig, offen, unvoreingenommen zu sein. Alles zu probieren, sich auf etwas einzulassen und zu sehen, wo es mich hinführt.

Aber seht selbst einfach noch ein bisschen mehr

Euer Paul