Mehr als 400.000 Zuseher, die 6 Brücken am Charles River in Boston waren voller Menschen. 29 Boote beim Men’s Championship Doubles am Samstag, 36 Achter beim Men’s Championship Eight am Sonntag. Kurvenreiche 3 Meilen, 4800 Meter volle Power. Es hat sich saugut angefühlt. Das war Rudern, wie man es sich wünscht.

Wir haben gleich beim ersten Abfahren gesehen, dass der Kurs wirklich einzigartig ist. Mit den Kurven, den Brücken und den Engstellen. Da müssen die Kommandos und die Kommunikation mit der Steuerfrau wirklich perfekt passen. Auch damit man nach den Stellen, wo man aufgrund der Schwierigkeit Tempo rausnehmen muss, wieder g’scheit Gas geben kann.

Am Sonntag im Achter hat alles gut geklappt, da hatten wir nach vorne und hinten viel Luft. Aber im Doppel-Zweier am Samstag wären wir fast mit den Kroaten zusammengekracht. Viel hat nicht gefehlt, mit den Blättern haben wir uns bereits berührt. Aber Martin und Valent Sinkovic haben sich nicht aus dem Konzept bringen lassen und in der Rekordzeit von 15:40,56 Minuten gewonnen. Wir wurden bei 29 angetretenen Booten Achter (Ergebnis Men’s Championship Doubles).

Im Cambridge-Achter sind wir am Bug gesessen. Unsere Aufgabe war es, das Boot zu stabilisieren. Und das war bei diesem Achter gar nicht so einfach. Aber es hat eigentlich vom ersten Training weg gut geklappt. Da ist es natürlich ein Vorteil, wenn man acht sehr gute Ruderer im Boot hat.

Es hat sich saugut angefühlt, wir hatten ein super Zusammenspiel im Boot, unsere erfahrene Steuerfrau Katie Apfelbaum hat eine super Linie gefunden. Deshalb waren wir im Ziel überrascht, dass wir nur auf Rang 16 (Ergebnis Men’s Championship Eight) gefahren sind. Wir sind davon ausgegangen, dass es für die Top-10 reichen würde. Aber vielleicht war der Gegenwind für uns Leichtgewichte ein bisschen zu stark.

Es sind beeindruckende Bilder, wenn an einem Steg 20 Achter angestellt sind, um aufs Wasser gehen zu können. Es waren so viele Athletinnen und Athleten unterwegs, dazu mehr als 400.000 Zuschauer. Die Brücken waren voll mit Menschen, die Stimmung war fantastisch. Das war Rudern, wie man es sich wünscht und für uns definitiv eine neue Seite unseres Sports.

Und weil es die 50. Auflage der Head Of The Charles-Regatta war kamen wir in den Genuss eines besonderen Vergnügens. Bei der Gala hat Sir Matthew Pinsent, britische Ruder-Legende und vierfacher Olympiasieger, ein selbstgeschriebenes Gedicht zum Rennen verlesen.

Für uns geht es nach diesen spektakulären Tagen in Boston wieder back to work. Wir nehmen am 31. Oktober wieder offiziell das Training auf. Zunächst sind wir mit dem Team drei Tage in Völkermarkt, dann geht es weiter nach Avis, Portugal. Dort absolvieren wir das erste Trainingslager, außerdem fahren wir auch noch nach Lanzarote.

Stay tuned,

Die Sieberbros

PS: Die Fotos zum HOCR2014 in Boston findet ihr auf redbullcontentpool.com