Am 24.09.2005 schreibt ein gewisser Bernhard Sieber, 6A, einen Aufsatz mit folgendem Titel: „Ein Tag in 20 Jahren in meinem Leben“. Ich zitiere: „…doch dann startet der deutsche Gegner eine Attacke die Bernhard aber mühelos abwehrt und fährt als erstes über die Ziellinie. Nun reißt er die Arme hoch und fällt dabei beinahe ins Wasser. Als er sich ein bisschen erhohlt hat, versucht er zu realisieren, was gerade passiert ist, doch schafft es nich, sondern freut sich einfach nur. Drauauf legt er an und fällt zuerst seinen Trainern in die Arme und danach auch seiner Familie und seiner Freundin. …“

Nachdem ich mich schon vor längerer Zeit an diesen Aufsatz aus meiner Feder denken musste, habe ich dann vor einigen Tagen wirklich eine Stunde am Dachboden meiner Eltern verbracht, um alte Schulunterlagen zu durchwühlen. Als ich tatsächlich, ohne mich genau an den Inhalt erinnern zu können, die 3 Seiten in den Händen hielt, lief mir die Gänsehaut über den Rücken. Ich konnte mich nämlich noch daran erinnern, dass mich mein damaliger Trainer – hauptberuflich Deutsch-Professor, der den Aufsatz kontrolliert hatte – fragte: „Und wie genau stellst du dir das vor: Sportlich erfolgreich, eine Freundin haben, fertiges Studium, alles nebenbei?“ Und jetzt, 10 Jahre später sitze ich also da am Dachboden zwischen „You&Me 2“ und „Mathematik Verstehen 3“ und bin nur noch wenige Schritte von der Erfüllung dieser Träume entfernt.

Was ich damit sagen möchte? Ganz einfach, wie wichtig es ist große Träume und Ziele zu haben. Sich trauen, größer zu denken, als es vielleicht erlaubt sein oder richtig erscheinen mag. Und dann an diese Träume zu glauben, sie immer wieder zu visualisieren und den eigenen, ganz besonderen, unnachahmlichen Weg zu finden und zu gehen, der dann schlussendlich zur Erfüllung der Träume führen kann.

Wovon ich überzeugt bin ist das, dass es nie zu spät ist mit dem Träumen und Ziele setzen zu beginnen. Egal wie verrückt oder aussichtslos es auch erscheint. Wenn wir es in uns drin für möglich halten und die Vorstellung da ist, besteht schon eine große Wahrscheinlichkeit, das Ziel auch irgendwann erreichen zu können. Ohne konkretes Ziel, ist es unmöglich. Vom Himmel gefallen kommt schließlich wenig außer Schnee, Regen und manchmal ein Fallschirmspringer aus der Stratosphäre.

Den Weg zum Ziel muss aber jeder von uns selbst gehen. Mit allen Höhen und allen Tiefen. Allen Anstrengungen und Rückschlägen. All den Lektionen und Chancen zur persönlichen aber auch gemeinsamen Entwicklung, mit all den Menschen um uns. Vor allem müssen wir anpacken und tun. Genau deshalb freue ich mich schon so auf den ersten Weltcup in der Saison, in der Paul und ich uns einen der allergrößten Träume erfüllen könnten.

Ein paar Gedanken, die ich und Paul auch dem Nachwuchs in Rio mitgeben durften. Aber sieh selbst mehr..

Alles Liebe – Bernhard